Aalsterben 2009/2010

Der lange kalte Winter hat vielen stehenden Gewässern und ihren Bewohnern in ganz Deutschland teilweise sehr stark zugesetzt. Insbesondere jene Gewässer ohne Zulauf waren betroffen. Nachdem sich zunächst dicke Eispanzer auf den Gewässern gebildet hatten und somit den Sauerstoffaustausch mit der Luft unterbrachen, sorgten die starken und anhaltenden Schneefälle in der Folge für Dunkelheit unter der Eisdecke. Dadurch kam vielerorts auch noch die Photosynthese und damit die Sauerstoffproduktion durch die Pflanzen und Algen im Wasser zum erliegen.
Dadurch sank der Sauerstoffgehalt im Wasser mancherorts
sehr deutlich unter die für viele Fische lebensnotwendige Grenze von 4 mg/l (O2).
Die Folgen für die Fische wurden teilweise erst mit dem Auftauen der Eisdecken sichtbar. Massenweise tote Fische trieben an der Oberfläche vieler Gewässer. Dabei handelte es sich hier lediglich um jene Fische, die auch aufgetrieben waren. Ein Grossteil der toten Fische dürften zwischenzeitlich schon wieder zum Grund gesunken oder gar nicht erst aufgetrieben sein. Inwieweit dies für die folgenden Monate Auswirkungen auf die Wasserqualität haben wird, muss sich erst noch zeigen. Wie hoch der Schaden an einem Gewässer letztlich ist, lässt sich nur durch Kontrolle der zukünftigen Fangergebnisse einschätzen.
Vor allem große Karpfen (um 40 kg), große Hechte, Welse (über 2 m) und Aale zählen zu den besonders schmerzlichen Verlusten.
In einigen stehenden Gewässern Brandenburgs (Havelbereich) rechnet man damit, dass es bis zu 3 Jahre dauern wird, bis sich die Bestände wieder erholt haben werden. Das gilt natürlich nicht für den Aalbestand. Der ist deutlich nachhaltiger geschädigt worden und nicht in der Lage sich selbst zu reproduzieren.
Aus dem Rangsdorfer See wurden mehrere Tonnen toter Fische geborgen. Nach vergeblichen versuchen, diese Kadaver zunächst zu vergraben mussten sie letztlich auf Grund der Mengen mit schwerem Gerät beseitigt werden und mittels Containern in Verbrennungsanlagen verbracht werden. Weitere Fischsterben gab es beispielsweise im Südwesten von Berlin, in Charlottenburg, in der Altmark z.B. Tangermünde und Salzwedel und der Prignitz, aber auch in den übrigen Teilen Deutschlands dürfte der Winter insbesondere in kleinen abgelegen Seen erheblichen Schaden angerichtet haben.
Viele Vereine schimpfen derweil auf die Untätigkeit der Verwaltungen. Ich denke in solchen Situationen sind hier sind zunächst die Gewässerwarte und die Vereine selbst gefragt.
 

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