Fangmethoden 1.1

Vorwort

Anhand archäologischer Ausgrabungen ist längst wissenschaftlich bewiesen worden, dass bereits unsere Vorfahren in der Steinzeit primitive Methoden des Fischfangs beherrschten.

Durch die fortschreitende Entwicklung ergaben sich im Laufe der Jahrtausende natürlich immer wieder neue Möglichkeiten und Materialien diese anfänglichen Methoden den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen, sie zu verändern, zu verbessern oder auch völlig neu zu erfinden.

Der Aal spielte bei der Entwicklung neuer Fangmethoden offenbar eine besonders herausragende Rolle.
Denn für keine andere Fischart wurden derart vielfältige Fangsysteme erfunden und eingesetzt. Die geheimnisvolle Lebensweise und besondere Gestalt des Aals regte offenbar die Fantasie und den Erfindungsgeist der Fischer in besonderem Maße an.
Hauptsächlich während der letzten Jahrhunderte entwickelten sich derart zahlreiche Methoden des Aalfangs, dass eine vollständige Darstellung unmöglich scheint. Dennoch soll hier nicht gänzlich darauf verzichtet werden und zunächst auch ein Blick auf einige historische Fangmethoden, insbesondere des letzten Jahrhunderts, geworfen werden, um im Anschluss einen Überblick über die heutigen Methoden des sportlichen Aalfangs zu geben.

Aalgreifen

Die einfachste und älteste Methode ist wohl der Aalfang mit der bloßen Hand. Noch vor ca. 50 Jahren konnte man auf diese einfache Weise gute Aale mit einem speziellen Griff in knietiefem Wasser fangen.

Aales im Griff

Aales im Griff

Voraussetzung war natürlich, der entsprechende Unterschlupf musste bekannt und zugänglich sein. Insbesondere Kinder fingen damals regelmäßig z. B. im Unterlauf alter Wassermühlen, während des sommerlichen Treibens beachtliche Exemplare, die sich tagsüber zahlreich unter den ausgespülten Feldsteinmauern oder unter Steinen versteckt hatten. Dieses Aalgreifen mit bloßer Hand ist heut zu Tage nahezu aussichtslos und dient allenfalls in abgewandelter Form noch als fragwürdige Unterhaltung auf diversen Volksfesten. Wobei die Verwendung echter Aale für derartige Spielchen eindeutig als Tierquälerei anzusehen ist.

Aalstechen

Die ältesten Fanggeräte für den Aalfang waren diverse Speere, Pfeile, Gabeln, Forken, Harken, Klemmen und Harpunen. Hiermit Fischte man wesentlich erfolgreicher als mit der bloßen Hand. Einerseits konnten die schleimigen Aale damit viel besser festgehalten werden und andererseits wurde damit auch der Aalfang in tieferen Gewässern möglich.

Die ersten Fangwerkzeuge dieser Art bestanden vollständig aus Holz und besaßen allenfalls eine angekohlte Spitze. Später wurden die Spitzen aus Knochen, Horn oder Stein gefertigt und hatten zum Teil auch schon Widerhaken. Die am weitesten entwickelten Geräte dieser Art waren aufwendiger aber auch funktioneller gefertigt und wurden aus Bronze und Eisen hergestellt.

Aaleisen

Aaleisen

Am erfolgreichsten war der Einsatz solcher Geräte vom Boot aus. Die meisten Geräte wurden vom stehenden oder langsam fahrenden Boot mit der Hand geführt. Zum Teil wurde auch Licht zum aufspüren der Aale eingesetzt (Blüsen). Viele dieser Methoden hatten jedoch einen schädlichen Nebeneffekt. Es wurden extrem viele kleine Aale tödlich verletzt.

Insbesondere die Aalharke (Hölger) und der Aalanker waren Geräte, die erhebliche Schäden anrichteten, da sie vom geruderten Boot wie ein Schleppnetz über den Gewässergrund geschliffen wurden und alles aufspießten, was im Wege war.

Aalharke

Aalharke

Diese Methoden wurden in z. T. abgewandelter Form noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts angewandt. So z. B. das Aalstechen mittels Elker oder Schere auf der Schlei, wo man im Winter Löcher ins Eis schlug, um mit extrem langen Stangen nach den noch zahlreich vorkommenden Aalen zu stechen. Die Bestandsdichte muss damals noch derart groß gewesen sein, dass sich ein derartiges herumstochern tatsächlich lohnte. Immerhin konnte ein Fischer an einem Eisloch bis zu 10 Aale fangen. Heute sind derartige Fangmethoden weder lohnend noch erlaubt.

Aalpuppen

Der Aalfang mit der Aalpuppen galt früher als Grenze zwischen der Angel- und der Berufsfischerei und war nur in wenigen Gebieten erlaubt. Aalpuppen wurden damals oft von angelnden Urlaubern eingesetzt. Wegen fehlender Effektivität wurde diese Methode in der Berufsfischerei jedoch kaum eingesetzt.

Aalpuppen

Aalpuppen

Bei den „Puppen“ handelt es sich um schwimmende Binsenbündel mit einem Haken am ca. 2 m langen Vorfach und mit bis zu 20 m langer Baumwollschnur als Hauptschnur. Die Urlauber nahmen oft auch einfach eine Baumwollschnur ohne Vorfach.
Das Binsenbündel war so gebunden, dass es an Land fast die Form eines Kreiskegels hatte. Also an einem Ende wurden die Binsen fest zusammengebunden, sodass die anderen Enden wie bei einer Bürste in alle Himmelsrichtungen abstanden. Dieser offene Büschel wurde mit dem Wollfaden, welcher am zusammengebundenen Teil der Binsen angeknotet war, umwickelt. Dadurch wurden die vorher freien Binsenenden unter leichter Spannung zusammengedrückt. Der Wollfaden wurde nur aufgerollt und nicht verknotet. Am letzten Ende des Wollfadens befand sich das Vorfach mit beködertem Haken.

Die Tiefe wurde durch weiteres aufrollen des Vorfachs auf 1 – 2 m eingestellt. Bei Dämmerung wurde dieses Bündel auf der ablandigen Windseite zu Wasser gelassen oder auch geworfen. So trieben die Binsenbündel langsam über Nacht quer über das Gewässer an das andere Ufer.

Wurde dabei das Revier eines Aals durchquert und nahm dieser Aal den Köder an, hakte er sich meistens selbst und zog die Baumwollschnur von der Aalpuppe (Binsenrolle) ab und gab somit ein Ende der Binsen wieder frei. Am nächsten Morgen wurden dann die Puppen am anderen Ufer wieder eingesammelt. Die erfolgreichen Aalpuppen waren an den affektierten Binsen gut erkennbar.

Heute ist es den Angelfischern verboten diese Methode anzuwenden, da sie gegen das Tierschutzgesetz verstößt. Zudem sind die Aussichten damit einen Aal zu fangen, bei den heutigen Beständen, mehr als schlecht. Dennoch gibt es hin und wieder Meldungen, wo schwarzfischende Urlauber beim auslegen solcher Puppen erwischt werden. Z.B. im Oktober 2006 am Werbellinsee.

Aal-Waasen

Lange, sehr lange, bevor es Aalkörbe aus Weidengeflecht oder deren Nachfolger, die heutigen Reusen gab, fischte man mit der Waase. Die Waase war ein einfach zusammengebundenes Reisigbündel. Im Gegensatz zum Aalfischen mit der Puppe (Aalpuppe) diente das Reisigbündel jedoch nicht als Bissanzeiger bzw. Abtriebshilfe, sondern als Unterschlupffalle.

Aalwasse

Aalwasse

Das Reisigbündel wurde mit einem Gewicht versehen und meist vom Boot aus bis auf den Grund des Gewässers herab gelassen, sodass über Nacht Aale die Gelegenheit nutzten und sich darin versteckten. Ein ähnliches Prinzip wurde im Film “Die Blechtrommel” mit dem frischen Pferdekopf dargestellt. Am nächsten Morgen wurde das Reisigbündel vom Boot aus vorsichtig aus dem Wasser gehoben, in der Hoffnung anschließend einen Aal herausschütteln zu können. Diese Methode ist zwar nicht verboten, sie ist aber wegen der geringen Bestandsdichte kaum noch erfolgversprechend.In Asien wurde dieses Prinzip der Unterschlupffalle mit zusammengebundenen Bambusrohren, die auf gleiche Art und Weise (z.T. sogar beködert) auf dem Grund ausgelegt wurden, betrieben.

Aaltängen

Das Tängen ist eine sehr schonende Methode des Aalfangs, die aber schon seit langer Zeit nicht mehr ausgeübt wird. Es wurde von 2 Personen bewerkstelligt. Einer hielt dabei den kescherartigen Täng (auch Glippe genannt) und der Andere war der “Treiber”. Der Täng bestand aus einem dreieckigen kastenförmigen Lattengerüst, welches an allen Flächen mit Netz- bzw. Drahtgeflecht bespannt und in der Mitte mit einem Stiel versehen war. Einzig die Einschwimmfläche war, wie bei Reusen auch, nicht mit Netz bespannt sondern offen.
Der Täng wurde Kopfüber (also mit dem Stiel nach oben) und mit der offenen Seite an die Schilf- oder Krautkante gestellt. Der Fischende stand dabei oft bis zum Bauch im Wasser. Der Treiber kam dann von der Uferseite durchs Schilf bzw. von der anderen Seite der Krautkante und trieb die sich darin aufhaltenden Aale auf den Täng zu. Sobald ein Fisch gegen die Maschen stieß, wurde der Täng von seinem Träger angekippt und er konnte den Fang in ein Netz, welches er an seinem Gürtel trug, umsetzen. In einigen Gewässern wurde das Tängen auch vom Boot aus betrieben.

Aalpöddern

Das Pöddern (auch Budden genann) ist eine mancherorts auch heute noch erlaubte und gebräuchliche Aalfangmethode. Die Aale werden dabei geangelt, allerdings ohne einen Haken zu verwenden. Es werden ein größeres Gefäß, z. B. eine alte kleine Badewanne, ein Maurerkübel oder ein aufblasbares Kinderplanschbecken sowie eine größere Stopf-, Näh- oder Ködernadel, ein stabiler Wollfaden und ca. 50 bis 70 Tauwürmer benötigt.

Als erstes wird des Gefäß zum auffangen der Aale auf dem Wasser in Ufernähe verankert und etwas mit Wasser und Grasbüscheln befüllt. Als nächstes werden die Tauwürmer langsam mit der Nadel auf den angefeuchteten Wollfaden aufgezogen. Das dauert bei ca. 50 Würmern ca. 2 Stunden und sollte deshalb unbedingt rechtzeitig vorbereitet werden. Anschließend wird der Wollfaden mit den Würmern zu einem Bündel über den Handrücken zusammengewickelt und an einer Stelle gut verknotet. Abschließend wird auf die stabile Hauptschnur einer ca. 3 m langen „Rute“ ein Durchlaufgewicht (Pödderblei) und eine Perle geschoben sowie ein Karabinerwirbel angeknotet damit der Pödder zum Fischen einfach eingehängt werden kann.

Aalpödder

Aalpödder

Jetzt schwingt man den Pödder in der Nähe des Auffangbehälters ins Wasser, lässt ihn auf Grund sinken und hält Kontakt. Ein leichtes heben und senken des Pödders soll die ohnehin sehr gute Lockwirkung des Pödders noch verstärken.
Wenn es irgendwann hefig zu zupfen/zerren beginnt, einfach das Bündel unter steigendem Zug über das Gefäß lupfen, und mit etwas Glück und Geschick landet ein Aal darin, bevor dieser merkt was los ist und/oder den Wurm wieder herauswürgen kann. Der Wollfaden bewirkt dabei zusätzlichen Halt, da dieser sich in den feinen Hechelzähnen des Aalmauls verhaken kann.

Vorteil dieser alten Methode ist der schonende Fang der Tiere und die hohe Lockwirkung des großen Wurmbündels, welches einen Aal in einen regelrechten Fressrausch versetzen kann. Nachteil ist der hohe Wurmverbrauch und die vielen kleinen Aale, die allerdings verletzungsfrei zurückgesetzt werden können.

Angeblich konnte mit dieser Methode noch im Juni 2000 eine Person bis zu 30 Aale in einer Nacht fangen.

In echten Salmonidengewässern kann und sollte diese Methode auch zum Ausfischen der eingedrungenen Aale genutzt werden, da durch das Hakenlose angeln keine Gefahr für Forellen u.ä. Fische besteht.

Aalsniggern

Im Gegensatz zum Pöddern handelt es sich beim Sniggern oder Sniggling um eine ziemlich schonungslose Art der “Angelei” auf Aal.
Das Sniggern wurde von Flussanglern erfunden, die beim Grundangeln an heißen Sommertagen offenbar zu lange in der Sonne gesessen hatten und sich langweilten. An solchen Tagen verziehen sich die Aale oft in ihre Unterschlüpfe, sodass die ausgelegten Köder weitestgehend unbeachtet bleiben.

Um sich die Zeit zu vertreiben, versuchte man die Aale direkt in ihren Verstecken (vorrangig Steinpackungen und Faschinen) zu erwischen. Dort nun jedoch mit einer Grundmontage zu Angeln, wäre wohl so sinnvoll wie bares Geld verbrennen gewesen.

Also hatte sich offenbar ein Engländer folgendes ausgedacht.

Man nehme eine Näh- oder auch Stopfnadel, eine stabile Haselnuss- oder Weidenrute von 2-3 m Länge und eine um 50 cm längere 45er monofile Schnur. Das eine Ende der Schnur wird am Handteil der Rute angeknotet. An das andere Ende der Schnur wird die Stopfnadel so angeknotet, dass der Knoten in der Mitte der Nadel liegt. Nun wird auf die Nadel ein Tauwurm mit dem Kopfende voran (auch zum Teil über die Schnur hinweg) geschoben bis nur noch die Spitze der Stopfnadel zu sehen ist.
Zum Schluss wurde nur noch die Nadel an die Spitze der Rute gesteckt und man war „fangbereit“.

Aalknebel

Aalknebel

Zum Fang selbst nahm man die Schnur in die eine Hand und die Rute mit der Nadel an der Spitze in die andere und tastete die Löcher und Ritzen zwischen den Verstecken, wo man die Aale vermutete, nach und nach ab. Bei einem Biss, wurde die Rute leicht und vorsichtig gedreht, damit sich die Nadel von der Spitze löste. Jetzt wartete man ca. 3 Minuten, bis der Aal den Wurm verschluckt hatte.

Und nun kam der Teil, weshalb diese Methode korrekterweise verboten ist.

Wenn man nun an der Schnur zog, stellte sich die Nadel im Körper der Tiere quer.
Da der Aal jedoch zwischen den Steinen oder Ästen festsaß, wurde unter gleichmäßigem Zug, die Schnur solange straff gehalten, bis der Aal aufgeben musste. Selbst, wenn dabei nicht an der Schnurr gezerrt werden dufte, war dies gelinde ausgedrückt nicht gerade sportlich.
Hierzulande wurden für diese Methode sogar spezielle Haken (Nadeln) mit Widerhaken (Knebel) hergestellt. In Frankreich werden solche Haken leider auch heute noch eingesetzt.

Aalschnüre

Hierbei handelt es sich zum einen um sog. Nachtschnüre die von Anglern verwendet wurden und zum anderen um sog. Langleinen die in der Berufsfischerei zum Einsatz kamen. Es sind beides beköderte Angeln (ohne Ruten), die nicht bewacht werden.
Heute ist es in der Regel nur noch Berufsfischern erlaubt, diese Methode für den Aalfang einzusetzen. Da diese Methode jedoch sehr zeitaufwendig und nur wenig selektiv anwendbar ist, wird sie nur noch sehr selten praktiziert. Es scheint aber leider auch noch Vereine zu geben, die jedem Mitglied gestatteten, z. B. einen Aalhaken je Hektar Gewässerfläche als Nachtschnur auf Aal auszulegen. Auch im Fachhandel befinden sich derartig unsportliche Schnüre noch im Angebot.

Aalschnüre

Aalschnüre

Bei Langleinen werden bis zu einhundert Mundschnüre (Vorfächer) an einer dicken Hauptschnur ausgelegt. Die Haken werden mit Würmern, Fischen oder Fischfetzen beködert. Der Abstand der Mundschnüre liegt bei ca. 2 m, damit sich die einzelnen Schnüre beim Biss kleiner Aale nicht vollkommen verwickeln.

Zum Leidwesen der Aale und vieler ehrlicher Angelfischer werden jedoch heutzutage massenhaft illegale Aalschnüre von Fischwilderern gelegt. Mit dem heutigen Verständnis vom Angeln haben unbewachte Aalschnüre nichts zu tun. Deshalb und mit Rücksicht auf den zusammengebrochenen Aalbestand sollte der Verkauf und die Verwendung von Aalschnüren grundsätzlich verboten werden.

Aalkörbe

Bei Aalkörben oder Kübben handelt es sich um aus Weidenruten geflochtene Vorgänger der Aal-Reusen und die Weiterentwicklung der o.g. Aalwaasen.

Reusen und Körbe

Reusen und Körbe

Es sind Korbgeflechte mit ein bis zwei Eingängen, die trichterförmig zu einer inneren Kammer führen. Diese Kammer wurde beim Einsatz von Aalkörben mit diversen Ködern versehen. Da sie gleichzeitig ein gutes Versteck zu sein schienen, konnten damit in der Vergangenheit oft gute Aale gefangen werden.

Für Angler sind derartige Fanggeräte i.d.R. nicht erlaubt. Sie werden jedoch auch in der Berufsfischerei kaum noch eingesetzt, da die heutigen Aalreusen wesentlich effektiver eingesetzt werden können.

Aal-Reusen

Die Reusen zählen zu den wichtigsten Fanggeräten der berufsmäßigen Aalfischerei. Sie wurden früher aus Weidenruten hergestellt. Später kamen Netzbespannte Reusen (Aalfuuken) zum Einsatz. Die meisten heute noch verwendeten Reusen sind ebenfalls Netzbespannt, aus witterungsbeständigem Plastik oder Leichtmetall. Auch diese Fangfallen werden mit Ködern versehen. Im Bereich von Flussmündungen werden teilweise Tausende solcher Reusen eingesetzt. Im Küstengebiet kommen ganze Reusensysteme zum Einsatz.

Reusensystem

Reusensystem

Im Gegensatz zu Aalkörben haben Reusen immer nur einen Eingang, der über mehrere sich verjüngende Kammern, die über trichterförmige Zugänge erreichbar sind, verfügt.

Reusen werden mit dem Boot ausgesetzt und kontrolliert. Um sie in der Strömung zu halten und auch zur Kennzeichnung sind Reusen an langen Stangen (Staaken), die in den Gewässergrund gerammt werden, befestigt. Zum Leidwesen der Berufsfischer werden Reusen nicht selten von Fischdieben geplündert oder gar komplett gestohlen und schwarz an anderer Stelle wieder eingesetzt. Solche Geräte sind leider auch im Fachhandel für jedermann erhältlich. Selbst Miniaturreusen von unter 50 cm Länge kann man ohne jeden Nachweis einer Einsatzberechtigung beziehen. Hier ist dringend eine Verschärfung der Gesetze erforderlich.

Stationäre Aalfänge

Insbesondere in kleineren Flüssen und Bächen, deren Ursprung in Seen liegt, war es nicht selten, dass fest installierte Aalfanganlagen für regelmäßige Fänge eingesetzt wurden. Denn hier bestand weniger die Gefahr der Verstopfung durch Treibgut. Die größeren Aalfangwehre sind zur kommerziellen Fischerei in Flüssen errichtet worden. Die kleinen Aalfänge an den alten Wassermühlen der Bachläufe waren eher als Nebenerwerb der Müller anzusehen. In beiden Fällen wurde jedoch dass Gewässer möglichst vollständig nach abwandernden geschlechtsreifen Aalen gefiltert.

Aalfang im Gebäude

Aalfang im Gebäude

Diese Aalfangfallen arbeiteten dabei völlig autark und, im Gegensatz zu den temporär einsetzbaren Bootshamen, das ganze Jahr hinüber. Die Fangzahlen schwanken mit dem regional üblichen Abwanderungsrhythmus. Derartige Fallen werden auch heute noch in verschiedenen Ländern eingesetzt.

Aal-Hamen

Hamen stellen im Vergleich zu diversen anderen, vom Boot aus ausgeführten Fangmethoden der Berufsfischerei, eine Lebensraum schonende Methode dar.

Die Hamen ähneln zwar den zerstörerischen Zug- und Schleppnetzen und gelten als deren Vorläufer, sie werden aber nicht über den Fluss- bzw. Meeresboden geschliffen, sondern von einem Beiboot aus in die Strömung gestellt. Die rechteckige Öffnung ist der Strömung zugewandt. Dadurch wird der daran befindliche Netzsack (auch Netztasche oder Netzsteert) weit geöffnet. Das Boot und die Hamen werden mit Hilfe von Ankern in der Strömung gehalten, während die Fische in die verschließbaren Netze treiben. Vor allem im Herbst, zur Zeit der größten Abwanderung von Blankaalen sind die Berufsfischer oft nächtelang auf ihren Booten um das Aallaufen nicht zu verpassen.
Von Zeit zu Zeit oder sobald die Strömung nachlässt, werden die Netze geschlossen und an Bord gezogen. Mit einem Kescher wird der lebende Fang zunächst unter Deck in die sogenannte Bünn verbracht. Der Beifang wird, nicht immer verletzungsfrei aber immerhin lebend, wieder freigelassen.

Seltener kamen solche Hamen auch vom Ufer aus zum Einsatz, wo eine Seite des Netzes verankert lag. Die andere Seite wurde mittels Scheerbrett von der Strömung in den Fluss getrieben und öffnete dadurch den Netzsack zum Fang der Fische. Diese Methode wird heute noch in der berufsmäßigen Flussfischerei angewendet. Durch die sehr hohe Effektivität auf abwandernde Blankaale (Absperrung ganzer Flüsse) hat diese Fangmethode in der Vergangenheit nicht unwesentlich zum Rückgang der gesamten Aalbestände beigetragen. Während Hamen zumeist im Tidenbereich der Flussmündungen zum Einsatz kamen, wurden in den Oberläufen der großen Flüsse mit Aalschokkern (kleinere Boote) auf ähnliche Weise Blankaale gefischt. Im Jahr 1990 stellte jedoch der letzte Aalschokker auf dem Rhein bei Bad Honnef den Betrieb ein.

Zug und Schleppnetze

Die Zug- und Schleppnetzfischerei hat für die Berufsfischerei seit Mitte der 80er Jahre erheblich an Bedeutung gewonnen. An Nord- und Ostseeküste zählte diese Lebensraumzerstörende Methode zeitweise zu den bedeutsamsten Mitteln der Aalbewirtschaftung. Mittels Seilwinden wurden beschwerte Netze bis auf den Grund der See hinabgelassen und anschließend Kilometerweit über den Grund geschliffen. Heute werden Aale u.a. auch bei der Befischung anderer Arten mit Tiefseeschleppnetzen gefangen. Dieser unerwünschte Beifang geht jedoch z.T. schwer verletzt wieder über Bord.

Aal-Angeln

Grundangeln

Die heute unter Anglern gebräuchlichste Methode dem Aal nachzustellen ist das Grundangeln. Es wird sowohl in fließenden als auch in stehenden Gewässern angewendet. Dabei wird der beköderte Haken auf dem Grund des Gewässers angeboten, wo der Aal sich als ausgesprochener Grundfisch bekanntlich auch die meiste Zeit aufhält und auf Nahrungssuche geht.

Als Köder kommen vorrangig Naturköder zum Einsatz. In den letzten Jahren wurden aber auch mehr oder weniger erfolgreiche Versuche unternommen, diese Naturköder z. B. Tauwürmer, durch künstlich Exemplare zu ersetzen.

Die Bisse werden beim Grundangeln meistens durch die ausschlagende Rutenspitze angezeigt. Dies kann auch akustisch durch das Anklemmen eines Aalglöckchens unterstützt werden. Hierzu werden die Ruten möglichst senkrecht am Ufer aufgestellt. Auch die Schnur kann als Bissanzeige genutzt werden, wobei hier die Ruten eher waagerecht auf Rutenhalter gelegt werden.

Grundangeln

Grundangeln

So wird z. B. bei der Spürangelei die Schnur zwischen den Fingern straff gehalten. Dadurch besteht direkter Kontakt zum Köder und es lassen sich auch die sensibelsten Bisse sehr gut wahrnehmen. Um die Schnur nicht ständig zwischen den Fingern halten zu müssen, werden oft auch in die Schnur eingehängte oder eingeklemmte Bissanzeiger verwendet. Die Verwendung elektronischer Bissanzeiger ist nicht erforderlich, kann aber von Vorteil sein, da hiermit auch extrem zaghafte sowie Fallbisse besonders gut zu erkennen sind.

Grundsätzlich kann für das Grundangeln auf Aal jede stabile Rute eingesetzt werden. Dennoch kann es insbesondere für Zielfischangler durchaus sinnvoll sein, sich auch spezielle Aalruten anzusehen, da die Hersteller hier auf entsprechende Eigenschaften und Besonderheiten in der Handhabung geachtet haben und meist auch Jahre lange Erfahrungen bei der Entwicklung mit eingeflossen sind. So sind solche Aalruten beispielsweise häufig mit einer hellen und besonders sensiblen Spitze versehen, die z.T. die zusätzliche Aufnahme eines Knicklichtes erlaubt oder sogar selbst im Dunkeln leuchtet. Gleichzeitig besitzen diese Ruten aber auch immer das erforderliche kräftige Rückrad für eine schnelle und sichere Landung kapitaler Aale.

Ob nun Teleskop- oder Steckruten Verwendung finden sollten hängt allein vom persönlichen Geschmack und von der Transportmöglichkeit ab. Eine gute Teleskoprute zu finden dürfte allerdings weitaus schwieriger sein als eine vergleichbare Steckrute.

Die Länge der Rute beträgt i.d.R. ca. 3 m. Sie kann jedoch, je nach Situation am Gewässer, auch bei 2 m bis 4 m liegen. Gleiches gilt für das Wurfgewicht, welches allgemein bei ca. 40-70 g liegen sollte. In Ausnahmefällen kann es auch darunter liegen. Sehr oft hingegen wird es aber weit darüber liegen müssen, um z. B. in scharfer Strömung Gewichte bis 250 g noch platzieren zu können. Die Rolle sollte auf das Wurfgewicht der Rute abgestimmt sein. Zugleich sind robuste Rollen vorzuziehen. Überall dort, wo billiges Plastik im Spiel ist, sollte man die Finger von lassen. Es sei denn, man möchte sich öfter mal eine neue Rolle zulegen.

Freilaufrollen sind zwar nicht unbedingt erforderlich, da sie jedoch in vielen Fällen das Aalangeln vereinfachen, werden sie gerne und speziell in Verbindung mit elektronischen Bissanzeigern verwendet. Insbesondere beim Angeln mit Köderfischen kann der Aal so auch bei geschlossenem Rollenbügel Schnur nehmen, bevor er den Köder schluckt.

Posenangeln

Das Posenangeln auf Aal ist im Grunde nur eine andere Form des Grundangelns, bei der die Bissanzeige über einen Schwimmer erfolgt. Sie bietet jedoch in bestimmten Situationen einige Vorteile gegenüber der klassischen Grundangelmethode. Insbesondere in Sillgewässern wird diese Methode zum Aalangeln angewendet. Denn anders als im Fließgewässer wird der Duft des Köders hier nicht durch die Strömung verbreitet. Also muss der Köder nach Möglichkeit für eine eigene Duftspur sorgen. Bei Einsatz eines Schwimmers wird hierzu der Wind und eine oft vorhandene gewisse Oberflächen- oder Unterströmung ausgenutzt. Hierzu ist es hilfreich, dass der Köder bei dieser Methode nicht nur auf dem Grund liegend, sondern auch kurz über Grund, im Freiwasser und sogar dicht unter der Oberfläche angeboten werden kann, wo er insbesondere in Vollmondnächten nach an der Oberfläche stehenden Brutfischen jagt.

In einigen Situationen ist diese Methode nahezu unerlässlich. Hierzu zählt das Aalangeln zwischen Seerosenfeldern, an Schilfkannten, über Steinpackungen und zwischen Baumwurzeln. Auf eine sensible Rutenspitze kann bei dieser Methode verzichtet werden.

Posenangeln

Posenangeln

Um Bisse in der Dunkelheit besser erkennen zu können, gibt es batteriebetriebene Leuchtposen. Günstiger ist der Einsatz sogenannter Knicklichtposen. Hier wird ein durch chemische Reaktion ausgelöstes Leuchtstäbchen in den Schwimmer eingeführt. Diese Knicklichter gibt es in verschiedenen Farben. Grün ist am besten erkennbar, leuchtet am intensivsten und auch am längsten, wirkt in manchen flachen Gewässern jedoch auch abschreckend auf Aale. In diesem Falle ist rot die bessere Wahl, da diese Farbe kaum ins Wasser dringt. Die Leuchtdauer lässt sich ein wenig verlängern, wenn man, nach einem kurzen Ansitz, die noch leuchtenden Knicklichter einfriert. Durch auftauen werden sie dann beim nächsten Ansitz wieder aktiviert.

sonstige Angelmethoden

Spinnfischen

Aalfänge beim Spinnangeln sind aus der Vergangenheit durch Zeugen belegt worden. In diversen Versuchen konnten diese Erfolge indessen nur unzureichend bestätigt werden.
Positive Ergebnisse wurden lediglich beim zusätzlichen Einsatz von natürlichen Lockmitteln verzeichnet. So gab es einen krebsartigen Gummiköder der mit Krebspaste gefüllt werden musste. Beim Einsatz dieses Ködergemisches soll es aber auch nur vereinzelt zu Aalfängen gekommen sein. Offenbar handelt es sich in allen bekannten Fällen um zufällige Beifänge.
Ein gezieltes Spinnfischen auf Aal ist somit ausgeschlossen.

Fliegenfischen

Aalfänge beim Flugangeln sind in der Vergangenheit ebenfalls glaubhaft belegt worden. Jedoch gibt es hierzu keine näheren Untersuchungen. Offenbar gelang der Fang beim Einsatz diverser Insektenlarven, die sich auch vorwiegend auf dem Speiseplan von jungen Gelbaalen befinden. Wie beim Spinnangeln ist jedoch ein gezieltes Flugangeln auf Aal nicht möglich.

Stippen mit der Kopfrute

Beispielhaft für die vielen Variationen des Aalangelns soll hier kurz die Methode mit der Stipprute vorgestellt werden. Sie wird meist an schmalen langsam fließenden Kanälen eingesetzt. Als Bissanzeiger dient ein sehr präzise ausgebleiter Waggler. Die Ruten haben bekanntlich keine Rolle. Die Kopfrute ist deshalb oft zusätzlich mit einem Gummizug ausgestattet, um den ruppigen Fluchten der Aale wenigstens etwas entgegen zu setzen. Die Rutenlänge ist von der breite des Gewässers abhängig, da i.d.R. am gegenüberliegenden Ufer befindliche Einstände des Aal gezielt befischt werden.

Brandungsangeln

Das Aalangeln mit der Brandungsrute unterscheidet sich methodisch kaum vom Grundangeln. Lediglich das Gerät muss wesentlich stabiler ausfallen als allgemein beim Aalangeln üblich. Brandungsruten werden auch beim Aalfischen in der Fahrrinne großer Fließgewässer und Kanäle eingesetzt, um die nötigen Weiten mit den relativ hohen Wurfgewichten zu erreichen.

Feedern

Auch dies ist lediglich eine Variante des Grundangelns. Hier jedoch mit extrem sensibler Rutenspitze und anstelle eines Bleigewichtes wird ein gefüllter geschlossener Futterkorb als Wurfgewicht eingesetzt. Mit richtiger Befüllung des Futterkorbes wird bei dieser Methode eine erhöhte Lockwirkung erzielt. Anstelle des Futterkorbs lässt sich auch recht gut ein gefüllter Damenstrumpf gut verwenden. In jedem Falle ist das Vorfach so kurz wie möglich zu halten und ggf. mit einer Tube von der Futterstelle vor Verwicklungen zu schützen.  Die sehr sensible Rutenspitze zeigt bei dieser Methode auch den vorsichtigsten Biss zuverlässig an.

Zusammenfassung

Der Aalfang hat, wie bereits eingangs erwähnt, derart abwechslungsreiche Facetten, dass hier lediglich ein Einblick in die geläufigsten und bedeutendsten Methoden und einigen Variationen gewährt werden konnte. Ähnlich verhält es sich mit den beim Aalangeln eingesetzten Montagen.

 

 

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