Nahrung 1.1

Allgemeines

Vorwiegend Nachts, bei trübem oder tiefem Wasser sowie bei bedecktem Wetter, aber gelegendlich auch tagsüber, geht der Aal vom Frühjahr bis zum Herbst eines Jahres auf Futtersuche. Die Aale befinden sich jetzt in der sogenannten Fressfase oder im Gelbaalstadium. Ab einer Länge von ca. 30 cm steigen Aale grundsätzlich nicht weiter in die Gewässer auf, sondern suchen sich einen geeigneten Unterschlupf. Sie sind dann relativ Standorttreu und unternehmen nur noch recht kurze Ausflüge zur Nahrungssuche bzw. jahreszeitlich bedingte Standortveränderungen im Sommer/Winterrhythmus.

Aale sind Allesfresser. Das besagt jedoch nicht, sie würden tatsächlich alles fressen, was ihnen vor das Maul kommt. Es bedeutet lediglich, dass die Nahrungspalette des Aals sehr weit gefächert ist. Insbesondere verwesende Nahrung wird von Aalen nicht gern aufgenommen. Alles was nicht frisch ist, wird zumeist konsequent gemieden.

Der Aal ist in diesem Sinne also kein Aasfresser!

Vermutlich führten ungenaue Beobachtungen und damit verbundene Irrtümer zu diesem, sich recht hartnäckig haltenden, Irrglauben. Möglicherweise wurden frische “Schlachteabfälle”, welche z.T. sehr gerne vom Aal genommen werden (Hühnerdarm, Leber…) mit verwesendem Aas verwechselt. Der Aal frisst selbstverständlich auch nicht an Wasserleichen. Er nutzt vielmehr jegliche Möglichkeit einen Unterschlupf zu finden.

Natürliche Nahrung

Die natürliche Nahrung der Aale ist von Gewässer zu Gewässer und von Jahreszeit zu Jahreszeit verschieden. Die Ernährung des Aals ist in erster Linie von der Verfügbarkeit und Konzentration der entsprechenden Nahrungsquellen abhängig, welche sich im Verlauf eines Kalenderjahres verändern können. Darüber hinaus ändert sich die Ernährung auch mit zunehmendem Alter des Fisches.

Zur natürlichen Nahrung des europäischen Flussaals (Anguilla anguilla) zählen ohne Wertung und Rangfolge nachfolgende Quellen:

Fische (darunter auch Laich, Brutfische, Jungfische und diverse Kleinfischarten)

Fischbrut

Fischbrut

Der Aal gilt in Salmoniedengewässern als unerwünscht, da er ein starker Laichräuber ist. Aber nicht nur in solchen Gewässern macht sich der Aal über den Laich anderer Arten her. Insbesondere zur Laichzeit der meisten Weißfischarten gerät er in einen regelrechten Fressrausch. Dieser kann sogar soweit führen, dass er selbst für seine Verhältnisse viel zu große Weißfische angreift und ihnen den Bauch quetscht, ja sogar aufreist, nur um an deren Laich zu gelangen.

Auch die aus dem Laich schlüpfende Brut, sowie die Jungfische sind nicht vor dem Aal sicher. Gleiches gilt für Kleinfischarten wie Stichling, Gründling, Stint, Ukelei, Sprotte oder Tobiasfisch. Alles, was der Aal mit seinem Maul bewältigen kann, wird auch von ihm genommen. Darüber hinaus sind Aale auch sehr kaninballistisch veranlagt. Wie Untersuchungen des Mageninhaltes von älteren Aalen ergeben haben, werden insbesondere in Küstenregionen auch zahlreiche einwandernde Glasaale gefressen.

Im Verlauf des Kalenderjahres nimmt der Anteil von Fisch an der Gesamtnahrung bis zum September stetig zu. Gleiches gilt mit zunehmendem Alter eines Aals. Je nach sonstigem Nahrungsangebot spezialisieren sich einige Aale und werden zu echten Fisch-Räubern. Dabei verändert sich die Form des Kopfes zugunsten größerer Nahrungsbrocken. Man spricht dann von Breitkopfaalen.

Flusskrebse, Krabben und Garnelen 

Garnelen

Garnelen

Der Aal zählt zu den größten Fressfeinden der Krebse. Viele einheimische Flusskrebsbestände wurden u.a. durch falsche Besatzmaßnahmen mit Aalen zerstört. Der Versuch des österreichischen Sportfischers (Max von dem Borne) die heimischen Arten durch Besatz amerikanischer Krebse zu ergänzen brachte die heimischen Arten inzwischen an den Rand der Ausrottung. Denn anders als der amerikanische Flusskrebs (Kamberkrebs), kommen einheimische Arten nicht mit der sog. Krebspest (Pilzerkrankung), deren Überträger der amerikanische Flusskrebs ist und die mit ihm eingeschleppt wurde, zurecht. In den Gewässern mit einheimischen Krebsbeständen ist Aalbesatz i.d.R. verboten. Die einheimischen Flusskrebse (Edelkrebs, Steinkrebs,…) stehen unter Schutz und dürfen nur noch mit Sondergenehmigung gefangen werden.

Der Aal beschränkt sich nicht, wie gelegentlich behauptet wird, nur auf junge oder frisch gehäutete und deshalb weiche Krebse (Butterkrebse), sondern jagt auch viel größere Exemplare mit festem Panzer. Er greift dabei vom Kopf her an und versucht Scheren und Gliedmaßen nacheinander durch schnelle Drehbewegungen abzureißen. Anschließend reißt der Aal vom wehrlosen Tier Fleischstücke heraus. Dies bestätigen auch eigene Beobachtungen im Aquarium.

Für Krabben, insbesondere die eingeschleppten und massenhaft vorkommenden Wollhandkrabben, haben Aale ebenfalls eine besondere Vorliebe. Sie werden von den Aalen geknackt, der Schädeldeckel aufgeklappt und das Fleisch herausgefressen. Dies wird durch Reusenfunde von Berufsfischern bestätigt.
Da die Wollhandkrabben gleichzeitig auch eine beträchtliche Nahrungskonkurrenz für den Aal darstellen, schlägt er hier gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Amphibien (Frösche, Unken und Molche)

Frösche

Frösche

Amphibien haben durch ihre gespaltene Lebensweise, sowohl an Land als auch im Wasser, eine sehr hohe Anzahl an Fressfeinden. Während an Land den ausgewachsenen Tieren diverse Säugetiere, Vögel und Reptilien nachstellen, sind es im Wasser räuberische Insektenlarven, Wasservögel und Fische wie der Aal, die sich über den Laich, die Jungtiere und gelegentlich auch über ausgewachsene Amphibien hermachen. Es gibt Weltweit über 6000 verschiedene Arten von denen etwa ein Drittel auf der roten Liste der bedrohten Arten steht. Auch die übrigen Arten sind zumeist durch menschliche Eingriffe gefährdet und indirekt über die FFH-Richtlinie geschützt.

Weichtiere wie Muscheln und Schnecken

Ohrschlammschnecke

Ohrschlammschnecke

Schnecken und Muscheln zählen mit zur Hauptnahrung der meisten Friedfische. Es gibt weltweit ca. 50.000 Arten. Auch der Aal zählt zu den Fressfeinden der Muscheln und Schnecken. Hinsichtlich der Schnecken beschränkt sich der Aal nicht nur auf die im Wasser lebenden Arten, sondern begibt sich zumeist im Frühjahr auch auf überschwemmte Wiesen und Felder, um dort Landschnecken zu fressen. Insbesondere in den Sommermonaten macht der Anteil an Muscheln und Schnecken speziell bei jungen Gelbaalen offenbar bis zu 20 % der gesamten Nahrungspalette aus. Während die meisten Landschnecken und hier besonders die Nacktschnecken eher als eine Plage anzusehen sind, sind die meisten Muscheln durch Gewässeraus- und verbau sowie durch Gewässerverschmutzung in ihrer Art bedroht.

Ringel- und Gliederwürmer z.B. Tauwurm, Blutegel, Schlammröhrenwürmer (Tubifex)

Tauwürmer

Tauwürmer

Der Europäische Tauwurm (Lumbricus terrestris) ist noch vor dem Kompostwurm die bekannteste und verbreitetste Art unter den Regenwürmern. Wobei der Name Regenwurm wohl nichts mit dem Regen der vom Himmel fällt zu tun hat, sondern eher etwas mit dem „sich regen“ also einer eifrigen Bewegung (hier unter der Erde). Um einen regen Wurm eben. Er ist bis zu 30 cm lang (in manchen Bundesländern entspricht dies dem Schonmaß für Aal!). Sein Körper ist im Kopfbereich Rot bis Braunviolett gefärbt und erhellt sich zum abgeplatteten Ende bis ins Blassrosa. Der Körper selbst besteht aus bis zu 180 Segmenten, welche über Längs- und Ringmuskeln die den Würmern eigene Art der Fortbewegung ermöglichen. Jedes dieser Segmente ist zudem mit ausfahrbaren Borsten ausgestattet. Diese geben dem Wurm einen sehr guten Halt in seiner bis zu 7 m tiefen Wohnröhre.

Die Atmung erfolgt über die Haut. Das Strickleiternervensystem des Regenwurms dürfte jedem aus dem Biologieunterricht noch bekannt sein. 1 Gehirn, 2 Bauchmarkstränge und je eine Querverbindung in jedem Segment.

Der Tauwurm ist ein Zwitter, kann sich aber nicht mit sich selbst fortpflanzen. Ob ein Tauwurm die Geschlechtsreife erreicht hat, ist an einem auffälligen Gürtelsegment (Clitellum) erkennbar. Ohne dieses Segment sind Tauwürmer nicht fortpflanzungsfähig. Obwohl jeder Wurm sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane besitzt, sind immer 2 Würmer zur Paarung erforderlich. Hierzu legen sich die Würmer in entgegengesetzter Richtung genau an der Stelle des Gürtelsegments an- und verkleben miteinander.

Damit der Tauwurm an der Luft nicht austrocknet, bevorzugt er kühle und feuchte Nächte um sich an der Erdoberfläche zu paaren. Zusätzlich wird von der Haut Schleim abgesondert, der den Wurm vor dem Austrocknen schützt. Das Frühjahr und der Herbst sind somit die besten Zeiten um Tauwürmer zu sammeln. Sowohl bei Bodenfrost als auch bei starker Hitze und Trockenheit verzieht sich der Tauwurm bis tief in die Erde.

Der Tauwurm ernährt sich von abgestorbenen Pflanzenteilen, die er in das an der Oberfläche weit verzweigte Röhrensystem zieht. Die Verdauungsreste werden zum Teil aus der Wohnröhre heraus geschoben. An diesen kleinen Kleckerburgen ist die Anwesenheit der scheuen Würmer zu erkennen.

Wurmkot

Wurmkot

Keine Häufchen = keine Tauwürmer.

Nach der Paarung legt der Tauwurm einen kleinen, hellbraunen bis gelblichen, max. 90 mg schweren Kokon mit mehreren Eiern tief in der Erde ab. Es entwickelt sich meistens aber nur ein einziger Wurm daraus. Die Brutzeit beträgt 90 Tage. Bis zur Geschlechtsreife vergehen weitere 200 bis 250 Tage. Die Lebensdauer in der Natur beträgt grundsätzlich nur 2 Jahre, oft wird dieses Alter jedoch nicht erreicht, da es sehr viele Fressfeinde und auch ein paar Angler gibt. In wenigen Ausnahmefällen erreicht ein Tauwurm auch mal 10 Jahre.

Tauwürmer besitzen Stammzellen. Diese Zellen können theoretisch zu allem werden, was ursprünglich vorhanden war. Praktisch ist es für den abgetrennten Kopfteil immer möglich ein neues Schwanzende auszubilden. Das Schwanzende kann jedoch nur einen neuen Kopf regenerieren, wenn nicht mehr als 16 Segmente des Kopfteils abgetrennt wurden. Fehlen mehr Teile, stirbt der Hinterteil ab und nur aus dem Vorderteil wird ein neuer Wurm. Sich auf diese Art und Weise eine Tauwurmzucht anzulegen und die Zahl zu verdoppeln, indem allen Tauwürmern die Köpfe abgeschnitten werden, ist im übrigen keine gute Idee.

Im Garten und auf der Wiese sind Tauwürmer besser und einfacher aufgehoben und vor allem viel nützlicher. Der Tauwurm lockert den Boden durch seine Grabetätigkeit auf und sorgt so für eine gute Durchlüftung des Bodens. Ebenso kann Wasser viel besser vom Boden aufgenommen werden. Zudem frisst er alte und abgestorbene Pflanzenteile und wandelt diese in wertvolle Pflanzennährstoffe um. Untersuchungen haben ergeben, dass Tauwurmkot 11 mal mehr Kalium, 7 mal mehr Phosphat, 2,5 mal mehr Magnesium, 5 mal mehr Stickstoff und 50 % mehr Calcium als normale Erde enthält.

In Deutschland steigt pro Jahr die Höhe von Weideflächen durchschnittlich um 5 mm an. Nur durch den Kot von Regenwürmern! Oder anders ausgedrückt: Auf einer Weidefläche von 100 x 100 Metern (1 ha) werden pro Jahr bis zu 40 Tonnen nährstoffreiche Regenwurmerde produziert.

Seeringelwurm und Wattwurm

 

Wattwurmspuren

Wattwurmspuren

Wattwürmer (auch Sandpierwurm oder Pierer) und Seeringelwürmer (auch Nereiden) kommen ausschließlich im Meer vor und gehören dort zur Nahrung der überwiegend männlichen Aale.

Wattwürmer werden bis zu 40 cm lang und sind im vorderen Bereich ca. 2 cm im Durchmesser der sich zum Ende hin verjüngt. Wattwürmer leben, wie der Name schon sagt im Sandboden des Wattenmeers. Sie liegen in U-förmigen Wohnröhren die ca. 20 bis 40 cm tief gehen können. Am Kopfende der Wohnröhre befindet sich eine kleine Vertiefung, die durch das Fressen des Sediments entsteht. Am hinteren Ende der Wohnröhre taucht ca. alle 30 Minuten das Ende des Wattwurms auf und hinterlässt einen Spaghettiförmigen Wurmhaufen. Auf diese Weise filtert der Wattwurm die Nahrungsbestandteile aus dem Meeresboden. Je Quadratmeter Watt tummeln sich durchschnittlich 40 Wattwürmer die je Wurm ca. 25 kg Sand im Jahr fressen und wieder ausscheiden. Auf diese Weise wird das gesamte Watt der Nordsee alljährlich bis zu einer Tiefe von ca. 20 cm durchgefiltert.

Seringelwürmer

Seringelwürmer

Seeringelwürmer kommen nicht nur in den Gezeitenzonen der Nordsee, sondern auch in Ostsee, Mittelmeer und Atlantik vor. Sie werden bis zu 20 cm lang und graben sich ebenfalls ins Sediment des Meeresbodens ein. Hier legen sie jedoch weit verzweigte Gänge an. Seeringelwürmer sind Allesfresser und besitzen neben 2 Augen auch 2 mit Zähnen ausstattete Kiefer in einem ausstülpbaren Rüssel.

Grashüpfer, Heupferde, Grillen (Springschrecken)

Grille

Grille

Weltweit gibt es fast 20.000 Springschreckenarten. In Europa sind es jedoch gerade einmal 135 Arten. Sie stehen i.d.R. nicht unter Schutz. Einige Arten können sich unter günstigen Bedingungen sogar zu einer regelrechten Heuschreckenplage entwickeln und ganze Landstriche verwüsten. Der Aal nimmt diese Tiere eher zufällig von der Gewässeroberfläche auf, wo sie durch Fehlsprünge oder durch Wind ins Gewässer gelangt sind.

Nymphen der Stein- und Eintagsfliegen

Eintagsfliegenlarve

Eintagsfliegenlarve

Es gibt jeweils über 100 Arten der Stein- und Eintagsfliegen in Europa. Sie werden von Aalen im Larvenstadium, welches mehrere Jahre andauern kann und sich im Wasser abspielt, sehr oft gefressen. Insbesondere im Frühjahr stehen diese Insektenlarven bei mehr als der Hälfte der Aale auf dem Speiseplan.

Schlammfliegenlarven, Köcherfliegenlarven, Mückenlarven u.a. Fliegenlarven

Mückenlarven

Mückenlarven

Köcherfliegenlarven sind ein Indikator für gute Wasserqualität und stehen auf dem Speiseplan der meisten Fischarten. Auch der Aal kann diesem Leckerbissen nicht wiederstehen. Von den weltweit ca. 7000 Köcherfliegenarten kommen ca. 300 in Mitteleuropa vor. Auffälligstes Kennzeichen der erwachsenen Tiere sind die behaarten Flügel. Nach der Paarung werden Ei-Pakete auf verschiedenen Wegen ins Wasser abgegeben. Die meisten Larven wachsen ausschließlich im Wasser auf. Zum Schutz vor Fressfeinden bauen sich solche Larven oft einen Köcher als Panzer. Hierzu besitzen sie spezielle Drüsen mit denen sie spinnwebenartige Fäden erzeugen können. Diese werden zum verkleben diverser Substrate (zumeist Schilf- und Pflanzenstücke oder kleine Steinchen) verwendet. Zudem gibt es einige räuberische Arten die mit den Fäden kleine Fangnetze bauen.

Zuckmücken gibt es weltweit in ca. 5000 verschiedenen Arten von denen etwa 15% in Mitteleuropa vorkommen. Diese Mücken können nicht stechen und ernähren sich meist von Nektar.

Die Larven einiger Arten kommen selbst unter extremsten Lebensbedingungen vor. So gibt es Arten die in über 50 °C heißen Quellen leben und Arten die vorübergehend auch ein einfrieren überleben können. Einige Arten bilden zum Schutz auch einen Panzer wie die Köcherfliegenlarven.

Zuckmückenlarven gehören nicht nur zur Nahrungsgrundlage vieler Fischnährtiere, sondern auch zur Nahrung vieler Fische selbst. In Sauerstoffarmen Gewässern leben vorrangig rot gefärbte Arten, die ihren Sauerstoffbedarf nur durch einen höheren Hämoglobinanteil (Blutfarbstoff) decken können.

Libellenlarven

Libellenlarve

Libellenlarve

Es gibt ca. 80 einheimische Libellenarten. Ihre Larven entwickeln sich vorwiegend unter Wasser und machen dort jagt auf Flohkrebse und Mückenlarven. Größere Arten greifen auch Brutfische an. 16 Arten sind vom Aussterben bedroht, die übrigen gelten zumeist als gefährdet.
Auch wenn Libellen nicht in der Lage sind zu stechen oder schmerzhaft zu beißen (Aberglaube), dürfen sie nicht zum Angeln o.ä. verwendet werden.

Großlibelle

Großlibelle

Wegen der schwierigen Artbestimmung stehen alle Libellenarten unter strengstem Artenschutz. Auch wenn die abgebildete Mosiakjungfer relativ häufig vorkommt, dürfen lediglich die Rückstände aus den Häutungsvorgängen der Libellen gesammelt werden.
Vom Aal werden lediglich die Larven gefressen.

Käfer und Käferlarven

Borkenkäferlarve

Borkenkäferlarve

Es sind weltweit ca. 350.000 Käferarten beschrieben und alljährlich kommen hunderte Arten hinzu. Sie kommen mit Ausnahme der Antarktis auf allen Kontinenten vor. Sie sind sowohl unter Wasser als auch an der Luft zu finden. Einige Arten leben im Wasser und können aber dennoch sehr gut fliegen. Es gibt Arten die bis zu 17 cm lang werden.

In Europa ist der Hirschkäfer mit 7,5 cm Länge die größte Art. Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Käfer im Larvenstadium. Und als solche, insbesondere bei den im Wasser aufwachsenden Arten, werden sie auch überwiegend von Aalen und anderen Fischen gefressen. Aber auch ausgewachsene Wasserkäfer sowie Larven und Käfer von landlebenden Arten werden von Aalen gefressen. Im Bereich von überhängenden Büschen und Bäumen fallen sie nicht selten ins Gewässer und werden auf diese Weise zur leichten Beute für den Aal.
Einige Käferarten zählen als Nützlinge für den Menschen, andere als Schädlinge. Vom Aussterben bedrohte Arten, wie der Hirschkäfer, der schon so manchem Aalangler zwischen Ende Mai und Anfang Juli bei seinem laut brummenden Ausflug in die Dämmerung beeindrucken konnte, stehen unter Schutz.

Wasserflöhe/Krebstiere wie Flohkrebse, Asseln oder Schwebgarnelen

Flohkrebs

Flohkrebs

Von den Weltweit vermuteten 35.000 Flohkrebsarten sind nur etwa 7000 Arten bisher beschrieben worden. Flohkrebse kommen auf allen Kontinenten vor. Die meisten Arten leben im Meer. Im Süßwasser ist hierzulande der Bachflohkrebs am weitesten verbreitet. An Land lebende Flohkrebse werden als Sandflöhe bezeichnet.

In einigen Gewässern wird die Nahrung der Aale bis zu 20% von Flohkrebsen/Wasserflöhen gedeckt. Dabei ist es auch unbedeutend ob es sich um Spitzkopf-, Schmalkopf- oder Breitkopfaale handelt.

Wasserasseln zählen ebenfalls zur Nahrung der Aale. Sie leben am Grund der meisten stehenden und langsam fließenden Gewässer Europas, ernähren sich von Pflanzenresten und sind relativ unempfindlich gegenüber Gewässerverschmutzungen. In Mitteleuropa gibt es jedoch nur 1 oder 2 Arten der Wasserassel. Asseln (auch die an Land lebenden Arten – z.B. Kellerassel) atmen durch Kiemen.

Immer größere Verbreitung in den Binnengewässern finden die Süßwasserschwebegarnelen. Schwebegarnelen kamen ursprünglich nur in den Weltmeeren, im Brackwasser und in den Flussmündungen vor. Insbesondere durch den Menschen wurden einige Arten aber auch in die großen Binnenseen (z.B. Bodensee) eingeschleppt, wo diese Tiere inzwischen riesige Schwärme bilden und das natürliche Gleichgewicht beeinflussen können. Die Donau ist inzwischen sogar zum mysidenreichsten Binnengewässer der Welt geworden.

Wanzen und Wasserläuse

Rückenschwimmer

Rückenschwimmer

Es gibt weltweit ca. 40.000 Wanzenarten von denen ca. 1000 in Europa vorkommen. Nahezu alle bevorzugen Lebensräume an Land. Nur ca. 350 Arten leben weltweit im Wasser. Zu diesen zählt auch der weit verbreitete Rückenschwimmer. Er wird im Volksmund auch als Wasserbiene bezeichnet, da er beim Fang schmerzhaft stechen kann. Wanzen zählen weniger zu den bevorzugten Beutetieren der Aale, werden jedoch gelegentlich auch gefressen.

Ähnlich verhält es sich mit einigen Wasserläusen, die überwiegend in stehenden Gewässern vorkommen. Algenläuse besitzen eine elliptische schildkrötenförmige Prägung.

Fischläuse sind entfernte Verwandte der Krebstiere. Es gibt ca. 130 Arten, die parasitisch auf Fischen leben und diese schädigen. Auch Wasserläuse werden vergleichsweise selten vom Aal gefressen.

Wasserspinnen und Wassermilben

Wassermilbe

Wassermilbe

Wasserspinnen und – milben werden auf grund ihrer Seltenheit und sehr geringen Größe ebenfalls recht selten von Aalen gefressen, sollen hier aber nicht unerwähnt bleiben.

Raupen

Teboraupe

Teboraupe

Raupen zählen eher zur zufälligen Nahrung des Aals. Ähnlich wie bei landlebenden Käfern fallen diese recht unregelmäßig von überhängenden Ästen und Sträuchern ins Gewässer. Sie werden in diesem Fall allerdings auch ganz gerne vom Aal genommen. Solche Raupen stammen von diversen Schmetterlinegen und Faltern. Die sogenannaten Teboraupen, fälschlicherweise auch als Tebolarven bezeichnet, gehören dazu.

Quallen

Qualle unter Schwarzlicht

Qualle unter Schwarzlicht

In Küstengewässern und einigen wenigen Binnengewässern kommt es auch vor, dass ein Aal hin und wieder auch Quallen auf dem Speiseplan hat. Der Anteil am gesamten Nahrungsbedarf dürfte jedoch ohne nennenswerte Bedeutung sein.

Algen, Polypen und Moostierchen

Mostierchen

Mostierchen

In stehenden Gewässern mit vergleichsweise geringem Nahrungsangebot werden vom Aal auch Moostierchen, Polypen und Algen aufgenommen. Der Anteil an der gesamten Nahrungspalette kann hier sogar mehr als 10% ausmachen.

Schlusswort

Der Aal hat als Allesfresser eine große und vielfältige Auswahl an natürlichen Nahrungsquellen. Einige dieser Nahrungsquellen sind durch menschliche Eingriffe inzwischen lokal stark in Bedrängnis geraten und stellen somit auch eine latente Ursache für den Rückgang der Aalbestände dar.

In Gewässern, in denen bestimmte Nahrungsangebote überwiegen, können sich spezielle ernährungsbedingte Kopfformen der Aale herausbilden. In verbutteten Gewässern wird man vermehrt Breitkopfaale feststellen. Dagegen wird man in stark eutrophen Gewässern mit gleichzeitig hohem Raubfischbestand doch eher Spitzkopfaale antreffen.
Wie bereits an anderer Stelle geschildert, stellen diese Extreme jedoch nur Ausnahmen der vornehmlich präsenten Normalform des europäischen Aals dar.

 

 

 

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