Rückblick 2005 – Februar: Kopfgeld auf Riesen-Aal ausgesetzt

“Nessie““, so haben ihn die Australier getauft, treibt offenbar in einem australischen Forellenpuff in Warburton, bei Melbourne, sein Unwesen. Der Besitzer des Forellenhofs, Gary Wales, hat 1000 $ (umgerechnet 600 Euro) für denjenigen ausgesetzt, der den Aal möglichst lebend einfängt. Der auf 30 Jahre geschätzte Aal soll sich angeblich bei einer Überschwemmung in die Farm verirrt haben und tut sich nun an den Forellen gut. Außerdem soll er eine Länge von ca. 400 cm und einen Kopf in der Größe eines Fußballs haben, was lt. Aussage des Hofbesitzers den Weltrekord bedeuten würde. Ca. 100 kg wurden von Ihm geschätzt, was ich persönlich für ausgeschlossen halte. Da es bisher keine erfassten Süßwasseraale dieser Größe gibt, kann es sich, wenn überhaupt, eigentlich nur um einen Meeraal handeln. Also müsste es sich also auch um eine Zuchtanlage für Meerforellen handeln. Offiziell ist die Art des Aals natürlich noch nicht bestimmt worden. Der Aal wurde erstmals letzten Sonntag von einem Angler Namens Phillip B. gesehen. Kreidebleich stand er vor Gary Wales und berichtete von einer Anakonda die im Gewässer ihr Unwesen treibt. Seid dem angelt Phillip aus Angst nicht mehr in dem Gewässer. Eine Einwöchige Fangaktion an dem Gewässer konnte den „Monsteraal“ zwar nicht erbeuten, aber offenbar wurde er mehrfach gesichtet. Das Meeresaquarium in Melbourne hat angeboten den Aal aufzunehmen. Die Australische Presse ist äußerst interessiert an der Entdeckung. Wer dem Glaubt kann sich ja auf den Weg zu „Tommy Flinns Forellenzucht“ machen.

Wer glaubt diese Art von Erscheinung sei neu, der irrt. Vor ziemlich genau 70 Jahren hatte der damals 8-jährige Rolf Rosenkvist aus Paskallavik in Südschweden mit seinem Vater eine ähnliche Begegnung. Sein Vater hatte versucht mit Schlingen und einem Aalspeer diesen Aal zu erwischen, während Rolf, mit schlotternden Knien versuchte, mit der flackernde Teerfackel etwas zu sehen. Das Gewässer in dem die beiden mit dem Boot unterwegs waren, nennt sich Eman und ist ein Fluss.

Der „Monsteraal“ war bei den Fischern und in der Bevölkerung sehr unbeliebt. Damals gab es eben noch keinen Tourismus. Der Eman war damals nicht sehr Tier, um die „45 Fuß“. Deshalb wurde vermutet, das dieser Aal sich irgendwo in den Uferböschungen versteckt hielt. Rolf und sein Vater versuchten bis zum Morgengrauen diesen Aal zu erwischen, mussten schließlich jedoch erschöpft und erfolglos aufgeben. Der Aal soll lt. Rolf eine Länge von ca. 400 cm und einen Umfang von ca. 1 m gehabt haben.

Später ist bekannt geworden, dass ungebildete Einheimische den Aal, offenbar altersschwach erbeuten konnten. Wie sich später herausstellte mussten sie jedoch feststellen, dass sein Fleisch nicht mehr verwertbar war und unangenehm roch. Sie schleuderten den Fang aus diesem Grunde in ein benachbartes Sumpfgebiet, wo er wohl letztlich unbemerkt verfault ist. Anfang des neuen Jahrtausends äußerte Rolf nochmals seine Vermutung, dass es sich damals in den 30er Jahren um eine bisher unbekannte, offenbar sehr langlebige, Aalart handeln könnte.

Wer weiß, ob nicht die Gerüchte und Fantasien um Loch Ness und „Nessie“ nicht auch auf einen besonders großen Aal und die Fantasie eines Anglers zurück zu führen sind.

 

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