Rückblick 2006 – April: Anguilla marmorata

Der gesprenkelte Riesenaal (Anguilla marmorata) auch als Anguilla mauritiana oder Sumpfaal bezeichnet, gehört zu den selteneren asiatischen Aalarten. Er wird bis zu 2 Meter lang und kann bis 40 Jahre alt werden. Er erreicht dabei maximale Gewichte bis 41 Pfund (20,5 Kg). Die gesprenkelten Riesenaale haben während ihres Lebens im Süßwasser eine gelbliche bis weiße Bauchseite und einen gelbbraunen Rücken mit bräunlichen Tupfen. Die erwachsenen Aale haben ein schwarzes Muster auf gelborangen Hintergrund auf dem Rücken und den Flossen und einen weißen bis bläulichen Bauch. Wer schon mal eine Aalquappe gefangen bzw. gesehen hat, kann sich dieses Leopardenmuster gut vorstellen.

Dieses Muster tritt jedoch unterschiedlich stark auf und kann auch verblassen. In Nord- und Südtaiwan gibt es sogar einen immergrünen Baum, dessen Spitzname auf diese Aalart hinweist. Der Anguillamarmoratabaum hat seinen Namen daher, weil seine Rinde das gleiche Muster aufweist wie die Haut dieser Aalart.

Die gesprenkelten Riesenaale haben zwischen 100 und 110 Wirbel. Der Kopf ist im Vergleich zum europäischen Aal wesentlich kürzer und runder. Das Maul wirkt gedrungen und ist oberständig. Die Rückenflosse beginnt sehr viel näher zum Kopf als die Afterflosse. Die Brustflossen sind abgerundet und die Bauchflossen fehlen selbstverständlich.

Der gesprenkelte Riesenaal ist vom Osten Afrikas über franz. Polynesien bis Japan (höhe Hongkong) verbreitet. Insbesondere auch in Mozambique`s Binnengewässern, dem Zambezi Fluss und auf vielen pazifischen und indonesischen Inseln. Er bevorzugt tiefe und felsige Gewässer und ernährt sich von Krabben, Fröschen und Fisch. Die Jungaale halten sich im Brackwasser der Flussmündungen auf und die Erwachsenen Aale im Süßwasser. Sie leben sowohl in Flachlandgewässern als auch in Hochgebirgsseen. Im Winter treten sie ihre Reise zu den Flussmündungen an, wo die Bildung der Geschlechtsorgane beginnt. Die Laichgebiete decken sich z.T. mit anderen Aalarten, wie dem japanischen Aal (Japanischer Aal). Sie liegen südlich der Philippinen, östlich Indonesiens bis Papua-Neuguinea sowie im nördlichen Äquatorialstrom westlich der Mariana Inseln. Letzteres wurde in den 90er Jahren durch Larvenfänge und genetische Untersuchungen über einen längeren Zeitraum mit Larvengrößen zwischen 16 und 36 mm belegt.

Es werden aber noch weitere Laichgebiete vermutet. Die Aallarven werden von dort mit dem Mindanao – und dem Kuroshio Strom nach Japan und Taiwan oder Richtung Süden zu den Philippinen und weiter Richtung Westen ins Celebes Meer bis, wer hätte dies gedacht, an die östlichen Küsten Afrikas und Madagaskars “getrieben”. Trotzdem die Aallarven sehr stark verbreitet nachgewiesen werden konnten, ist die Populationsdichte insgesamt aber relativ gering. D.h. Es gibt trotz ganzjähriger Laichzeit nicht viele Aale. Aber die wenigen, die es gibt, sind relativ weit verstreut. Der Unterschied zum japanischen Aal (Anguilla japonica) liegt darin, dass der gesprenkelte Riesenaal auch sehr weit südlich seiner Laichgebiete verbreitet ist.

Im Jahr 2002 wurde auf Maui in der nähe von Kaupo (Hawaii) ein 10 Pfund schwerer gesprenkelter Aal tot aufgefunden (etwas mehr als 1 Meter groß). Ein Jahr zuvor, im Frühsommer, hatte ein Maui Junge, der an diesem Teich angelte, schon mal die Bekanntschaft mit dem “Monster”, und sich vor Angst bald in die Hosen gemacht, als die schwarzbraun gefleckte Riesenkreatur an der Angel zappelte. Er verlor den Fisch jedoch und dieser starb dann etwa ein Jahr später und wurde gefunden. Niemand auf Maui hatte vorher so ein Tier gesehen, deshalb schickte man es nach Honolulu an den Wissenschaftler Yamamoto. Dieser dachte zuerst, dass es sich um einen weißen Meeraal handelte, “aber als es im Bishopsmuseeum abgetaut wurde, dass war ein Schock,” so der O-Ton von Yamamoto. Nach einem DNS-Datenbankvergleich im nationalen Zentrum für Biotechnikinformationen war das Geheimnis um den Aal gelöst. Es war ein gesprenkelter Riesenaal.

Diese Aalart ist nach Ansicht der hawaiianischen Wissenschaftler eine Bedrohung für die einheimischen Tierarten. Wie aber ist das Tier bis nach Hawaii gelangt??? Einige Fischforscher meinen, dass das Tier im Ballastwasser eines Schiffes, also an Board, mitgebracht worden ist und von dort aus irgendwie in den Teich gelangt ist. Andere können sich auch vorstellen, dass das Tier allein den Ozean überquert hat und wieder andere meinten, dieser Aal stammte noch aus Importen Anfang der 60er Jahre, was ich für die wahrscheinlichste Variante halte. Auf Hawaii ist es inzwischen verboten, nicht einheimische Arten zu importieren. Gut so!

 

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