Rückblick 2009 – Juli: Angler gegen Fischtreppe

Am Mühlenfließ, der die Havel mit dem Wentowsee verbindet, befindet sich zwischen Tornow und Marienthal ein Wehr, welches den Wanderfischen den Weg in den See versperrt.
Nun soll dort im Auftrag der Naturschutzbehörden eine Fischtreppe gebaut werden, um insbesondere den Havelaalen einen weiteren Aufstieg zu ermöglichen.
Ein direkt anwohnender Angler hält diese Maßnahme jedoch für pure Geldverschwendung. Angeblich gäbe es genug Aale und Fische im See, sodass dort nicht noch mehr einschwimmen müssten. Stattdessen sollte lieber der Mühlenfließ ausgebaggert werden, da dieser angeblich zu verlanden drohe.
Mir scheint eher etwas anderes der Grund für die ablehnende Haltung des Anglers zu sein.
Denn er wohnte bisher direkt an einem Gewässer, in dass die Aale zwar einwandern konnten, aber hier für sie Endstation war. Hier sammelten sich die Aale also und wurden dick und fett bis sie schließlich vom Angler gefangen werden konnten oder wieder abwanderten. Mit dem Bau einer Fischtreppe wäre der Fang für diesen Angler vermutlich nicht mehr so üppig, da ein großer Teil der Aale im Gewässer weiter aufsteigen würde und nicht mehr vor der Haustür zu fangen wäre. Wenn Angler sich selbst und auf diese Weise als Kochtopffischer durchschaubar entlarven, und dadurch eine Fischtreppe und die Verbesserung der Lebensräume für die Fische verhindern, nur um selbst davon zu profitieren, sollten sie Ihre Papiere abgeben müssen. Solche Angler haben nicht das Recht sich als Naturschützer zu bezeichnen. Nebenbei ist es alles andere als Waidgerecht in einer Falle zu angeln.
Mit dem Bau der Fischtreppe müsste, wie geplant, natürlich auch ein dort noch vorhandener Aalfang außer Betrieb genommen werden. Denn dieser durchsiebt das ablaufende Wasser nach abwandernden Aalen und würde die Fischtreppe ad absurdum führen.

 

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