Rückblick 2010 – April: 1.000.000 Glasaale für die Havel

Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger und die Berufsfischer Brandenburgs haben am 09.04.2010 ca. 1 Million Glasaale mit einem Stückgewicht von 0,3 g in die Potsdamer Havel ausgesetzt. In den Mittagsstunden wurden die Aale an der Anlegestelle „Lange Brücke“ auf die Fischerboote verteilt um sie anschließend auf verschiedene Uferabschnitte zu verteilen. Auch diese Aktion ist Teil des Brandenburger Pilotprojekts zur Stabilisierung der Aalbestände in der Elbe und ihren Nebengewässern, die zu den wenigen noch verblieben Gewässern mit vergleichsweise wenigen schädlichen Wasserkraftwerken verbaut sind. Gerade weil hier die Gewässerökologie nicht durch Wasserkraftwerke zerstört wurde, bot sich dieses Gewässersystem im Jahr 2006 als mehrjähriges Pilotprojekt an.
Stabilisierung bedeutet in diesem Fall hoffentlich nicht den erhalt des Bestandes auf dem bestehenden Niveau.
Zur allgemeinen Bestandsicherung würde dies insbesondere nicht ausreichen. Hierzu ist eine Aufstockung der Bestände auf das Niveau der 80er Jahre erforderlich und von der EU gefordert. Zu jener Zeit wanderten noch alljährlich ca. 27 Millionen Glasaale die Elbe hinauf. Heute sind es nach Schätzungen nur noch ca. 1 Million.
Sollte es sich bei den besetzten Aalen tatsächlich um Glasaale handeln, ist dies also nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn dann dürften nur ca. 10.000 dieser Aale auch die Fang- bzw. Geschlechtsreife erreichen.
Die Brandenburger Berufsfischer fangen aber jährlich ca. 360.000 Aale.
Daran ändert zunächst auch nichts, dass es in diesem Jahr wohl noch weitere Besatzmaßnahmen in ähnlicher Größenordnung geben wird.

 

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