Rückblick 2010 – April: Neue Generation von Lockstrompumpen soll Fischen zuverlässig den Weg weisen

Dass es an vielen, insbesondere älteren Wasserkraftwerken, zur massenhaften Tötung von Fischen kommt, ist bereits bekannt. Auch dass viele Fischtreppen dies nicht verhindern können, weil die Fische einfach nicht den Weg über die Fischtreppe sondern die Hauptströmung direkt durch die Turbinen nutzen, ist ebenfalls bekannt. Abhilfe sollten in der Vergangenheit sog. Lockströmungen an den Unterläufen der Fischtreppen schaffen. Hierzu wurden bisher vom Oberlauf zum Unterlauf Bypässe gelegt. Da dies bisher jedoch, um Wirkung zu zeigen, angeblich mit hohen Wasser- und Energieverlusten (10 %) verbunden war, wurde die Technik kaum repräsentativ eingesetzt. Die Verluste wurden von den Betreibern mit mehreren Millionen Euro angegeben. Da fragt man sich natürlich unweigerlich wie viel Profit mit den restlichen 90 % zu machen ist…
Nun hat sich jedenfalls die Universität Kassel mit der Prüfstelle für Umwelttechnik und Wasserbau eine neuartige Technik zur Verringerung ökologischer Schäden an Wasserkraftwerken patentieren lassen. Dabei soll anstelle des Oberwassers, das bereits durch die Turbinen geflossene Wasser genutzt werden und die neue Lockstrompumpe mit entsprechenden Düsen für eine bessere Lockwirkung an den Aufstiegen der Fischtreppe sorgen. Dadurch reduziert sich der Energieverlust des Kraftwerks auf ein Minimum. Zudem werden solche Maßnahmen bei der späteren Einspeisevergütung extra honoriert.
Die Wirkung der Lockstrompumpe wird derzeit in Liebenau/Hofgeizmar an der Diemel und in Österreich – Villach an der Drau getestet.
Den abwandernden Fischen und vor allem den Aalen ist damit jedoch nicht geholfen.
Hierzu gibt es jedoch ebenfalls ein äußerst viel versprechendes Projekt, welches sich an die häufigste Bauart von Wasserkraftwerken orientiert. Diese Kraftwerke befinden sich nicht in voller breite des Flusses. Daher ist es möglich, mittels eines speziellen Gitters aus Kunststoff, Unrat und Fische am Kraftwerk so vorbeizuleiten, das die Fische im Flussbett wandern und das Kraftwerk „links“ liegen lassen. Ein Pilotprojekt hierzu könnte an der Fulda bei Fulda-Kämmerzell entstehen.

 

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