Steckbrief 1.1

Die wissenschaftliche Bezeichnung der echten Aale lautet “Anguilla” und wurde vom lateinischen Wort Anguis abgeleitet. Es bedeutet “kleine Schlange” und nimmt Bezug auf das äußere Erscheinungsbild der Aale. Der langgestreckte fast drehrunde Körper flacht mit Beginn der Afterflosse seitlich bis zum Schwanzende deutlich ab. Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen geschlossenen Flossensaum. Aale haben keine Bauchflossen. Als einzig paarig sind nur noch die Brustflossen vorhanden.

Aal im Gras

Aal im Gras

Die Kiemen sind verhältnismäßig weit hinter den Kopf verlagert und fasst vollständig unter der Haut versteckt. Aale werden auf Grund ihrer Schädelform oft oberflächlich nach Spitz- und Breitköpfe unterschieden. Da der Aal aber grundsätzlich als Allesfresser einzustufen ist, kann eine ernährungsbedingt unterschiedliche Ausprägung der Kopfform deshalb auch nur durch die Spezialisierung einiger Individuen auf eine bestimmte Art von Nahrung hervorgerufen werden. Der weitaus überwiegende Teil dürfte jedoch weder der einen noch der anderen Nahrung einen Vorzug geben. Infolgedessen gibt es neben diesen beiden Extremen eine weitaus größere Zahl an Übergangsformen, die gelegentlich auch als Schmalköpfe bezeichnet werden.

Der Kopf verläuft prinzipiell konisch zum leicht abgeflachten Maul, welches auf Grund des ein wenig hervorstehenden Unterkiefers als leicht Oberständig anzusehen ist. Die vielen kleinen und sehr spitzen Zähne (Hechelzähne) dienen ausschließlich zum Festhalten der Beute.

Hechelzähne

Hechelzähne

Auf dem Oberkiefer sind deutlich zwei Riechgruben mit jeweils einem Ein- und Ausgang zu erkennen. Der rüsselartige Eingang ragt deutlich erkennbar hervor. Die relativ kleinen Augen befinden sich kurz über dem Ende der Maulspalte. Äußere Ohren sind, wie bei den meisten Fischen, auch beim Aal nicht vorhanden. Um Augen, Riechgruben und entlang der Maulspalte sind deutlich grobe Poren in der Haut erkennbar. Sie erinnern sehr stark an die Organe der Seitenlinien und enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit Magnethit (Kristalle aus Eisenverbindungen), welches auch von anderen Tieren zur Orientierung am Magnetfeld der Erde genutzt wird.

Aalkopf

Aalkopf

Aale besitzen eine dicke lederartige Haut. Der gesamte Körper wird von einer zähen Schleimschicht umgeben die vor äußeren Umwelteinflüssen schützen soll. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Annahme besitzt der Aal sehr wohl auch Schuppen. Die winzigen ovalen Schuppen werden zwar erst ab einer Länge von ca. 17 cm gebildet und liegen tief in der Haut verborgen, sie sind jedoch insbesondere bei größeren Exemplaren sehr gut mit bloßem Auge zu erkennen. Die Schuppen liegen, im Unterschied zu den meisten Fischarten, nicht ziegelartig übereinander, sondern parkettartig nebeneinander.

Seitenlinie

Seitenlinie

Das Geschlecht der Aale wird nach derzeitiger Ansicht erst ab einer Länge von ca. 18 bis 25 cm fixiert. Kleinere Aale gelten deshalb als Hermaphroditen (Zwitter in Wartestellung). Die entsprechenden Geschlechtsorgane entwickeln sich erst während der Laichwanderung und gehen mit der Rückbildung des Verdauungssystems und einer damit verbundnen Reduzierung der Nahrungsaufnahme bis zur endgültigen Einstellung einher. Das Geschlecht gefangener Aale ist nur extrem schwierig anhand von Äußerlichkeiten zu deuten. Selbst Experten, welche anhand von Größe, Augenabstand, Flossenansatz und -form gute Treffer erzielen, gelingt dies nur, wenn eine bestimmte Vergleichsmenge zur Verfügung steht, anhand derer eine Einteilung in männliche und weibliche Tiere gut möglich ist.

Mit Hilfe von Größe und Entwicklungszustand kann jedoch in zwei Fällen das Geschlecht sehr einfach erkannt werden.

1. Aale über 60 cm sind Rogner und

2. Blankaale unter 60 cm sind Milchner.

Männliche Aale werden ca. 50 cm lang, weibliche bis zu 150 cm. Sie können dabei unter natürlichen Bedingungen ein Gewicht von bis zu 6 Kg und ein alter von ca. 18 Jahren erreichen. In Gefangenschafft können sie unter optimalen Bedingungen über 40 Jahre alt und in sehr seltenen Fällen auch über 80 Jahre alt werden.

Auf Grund des unterschiedlichen Aussehens in den verschiedenen Entwicklungsstufen wird zwischen dem Glasaal, dem Gelbaal (je nach Farbe auch als Blau-, Grau- oder Grünaal bezeichnet) und dem Blankaal unterschieden.

 

 

 

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