Tote Aale an der Angel. Stress, Hitze und A. crassus.

Der Stress/Panik wird durch akuten Sauerstoffmangel bei hochsommerlichen Temperaturen ausgelöst oder eben sobald ein Aal merkt, dass er gefangen ist. Am Haken ist der Stress für den Aal wesentlich höher und direkter als in einer Reuse (bei uns verboten), wo der Stress zwar geringer ist, dafür aber über einen längeren Zeitraum anhält. Normalerweise würde auch der fetteste Aal diesen Stress ohne Folgen überstehen. Also muss noch etwas weiteres hinzu kommen. Und dies ist nach meiner Meinung Anguillicola crassus. Dieser Schwimmblasennematode wird in verschiedenen parasitologischen Studien erforscht.

Durch diese Parasiten werden offenbar einige physiologischer Parameter beim Wirt verändert. Neben einer allgemeinen Stressreaktion durch veränderte Cortisol- und Catecholaminkonzentrationen werden auch ökotoxikologische Parameter beeinflusst.

Durch eine Infektion von Aalen mit dem Schwimmblasenwurm kann z.B. die Induktion von Hitzeschockproteinen und die Aktivität verschiedener Enzyme, die im Fremdstoffwechsel involviert sind verändert werden. Letztlich scheint der Pegel der Stresshormone und Stressproteine befallener Aale manchmal derart hoch zu sein, dass jegliche weitere Belastung zum Schock bzw. auch zum Tode durch Herzversagen führen kann.

Ich selbst habe beides erlebt. Vor ca. 15 Jahren hing einmal ein männlicher Blankaal tot am Haken und im letzten Jahr hing Anfang August mein größter Fang reglos (unter Schock) am Haken. Später hat er sich aber wieder bewegt. In beiden Fällen wurde kein Biss angezeigt. Leider gibt es noch kein Mittel gegen diesen, durch Besatzfische aus Taiwan ca. 1982 eingeschleppten Parasiten, der auch als eine der Ursachen für den Rückgang der Aalbestände gilt. Einfach mal beim Ausnehmen etwas genauer darauf achten.

 

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