Rüclblick 2006 – Juli: Expertengruppe “Aal” macht Vorschläge an EU

Nachdem sich die Meldungen vom drohenden Fangverbot für Aale vom 1. bis zum 15. eines jeden Monats gelegt hatten und das Thema scheinbar vom Tisch war, gibt es nun nochmals Hinweise auf ein anstehendes Fangverbot. Die europäische Kommission hatte neben den bereits erstellten wissenschaftlichen Gutachten und Studien über die akute Bedrohung des europäischen Flussaals vom ICES und EIFAC auch noch ein Expertengremium zur Ermittlung von Gegenmaßnahmen berufen. Hierzu wurden 19 Aalspezialisten aus allen europäischen Ländern, die einen nennenswerten Aalbestand hatten und noch einen relevanten Aalbestand haben zu einer Arbeitsgruppe zusammengefasst. Weil Österreich selbst keinen international bedeutenden Aalbestand hat und somit hier keinerlei wirtschaftliche Interessenskonflikte zu erwarten sind, wurde der Fischökologe Josef Wanzenböck vom Institut für Limnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zum Vorsitzenden der Expertengruppe ernannt. Diese Expertengruppe hat nun ebenfalls eine Reduzierung des Aalfangs um 50% in allen Entwicklungsstadien als Mittel gegen die Ausrottung der Aalbestände der EU-Kommission vorgeschlagen. Weiterhin wird vorgeschlagen noch stärker auf die Durchgängigkeit der Fließgewässer, insbesondere bei Kraftwerksbauten, zu bestehen. Es gibt Meldungen nach denen es angeblich auch einen Vorschlag bezüglich eines generellen Handelsverbots mit Jungaalen geben soll. Dies würde jedoch jegliche Besatzmaßnahmen und die Belieferung von Aalfarmen zum Stillstand bringen. Der gemeinte Vorschlag der Expertengruppe lässt jedoch den Handel zu, soweit die jungen Flussaale als Besatz in natürliche und artgerechte Gewässer verwendet werden sollen. Also, nicht von diversen Falschmeldungen verwirren lassen.

“Da der Aalbestand in den letzten drei Jahrzehnten auf weniger als fünf Prozent zurück gegangen ist, muss man die vorgeschlagenen Maßnahmen möglichst unverfälscht umsetzen, um die Lebensgrundlage dieser faszinierenden Tierart langfristig zu sichern” so der Vorsitzende der Expertengruppe, die ihren Abschlussbericht den EU-Fischexperten vorgelegt hat.

 

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